tdmsystems
X
Anmelden / Registrieren
Soziale Medien
Mailings
Kontakt
Soziale Medien
Mailings
Kontakt

Wie Digitalisierung die Effizienz im Werkzeugmanagement bei NPO Energomash verbessert

Sergej Kolganov, stellvertretender Chefingenieur für die Fertigungsplanung bei JSC NPO Energomash, dem führenden russischen Hersteller von Raketenantrieben, erläutert, wie die Digitalisierung es ermöglicht, die Werkzeuglogistik effizient zu organisieren und den Zeitaufwand für die Werkzeugauswahl zu verkürzen.

Interview mit Sergej Kolganov

Herr Kolganov, warum war es bei JSC NPO Energomash erforderlich, neue Wege bei der Verwaltung von Werkzeugen einzuschlagen?

Sergej Kolganov: JSC NPO Energomash möchte bis zum Jahr 2020 eine vollständig digitalisierte Fertigung erreichen. Auf der Grundlage integrierter Informationssysteme werden wir eine digitale Infrastruktur aufbauen. Dabei geht es auch um Großprojekte für das Production Lifecycle Management (PLM) und das Enterprise Resource Planning (ERP). Zudem erkannten wir die Effizienz eines integrierten Werkzeugverwaltungssystems und haben mit der Umsetzung des „Tool Management Efficiency Improvement Projects“ begonnen, welches mit besonderer Priorität von Energomash forciert wird. Unsere digitale Strategie basiert auf der Erkenntnis, dass die bisherige Werkzeugorganisation neue Anforderungen, wie z.B. eine effiziente und transparente Werkzeugausgabe, eine Qualitätskontrolle hinsichtlich des Werkzeugeinsatzes und eine zeitnahe Nachbestellung, nicht erfüllen konnte. Bisher konnten verschiedene Stellen in der Fertigung Bedarfsmeldungen für dasselbe Werkzeug erstellen. Dies führte langfristig zu einem Anstieg der Bestände und der Kosten. Durch lange Bestellprozesse kam es im Werkzeuglager zu der Situation “Lieber heute einen Vorrat anlegen, als morgen lange warten“.

 

Wie verläuft die Umsetzung des neuen Werkzeugmanagements?

Sergej Kolganov: Im Jahr 2017 haben wir das Projekt vorbereitet und eine umfangreiche Projektkonzeption erstellt. Zudem haben unsere Mitarbeiter die TDM-Software intensiv getestet und angewendet. 2018 begannen wir aktiv mit der Einführung der neuen Prozesse. Wir haben mit TDM eine neue Werkzeugdatenbank aufgebaut, die die Werkzeuge mit ihren wichtigsten Merkmalen, wie geometrische und technologische Parameter, 2D-Zeichnungen und 3D-Modellen sowie die Anwendungsart und die ausgeführten Bearbeitungsschritte enthält. Informationen über die Verfügbarkeit, die Bestände sowie den genauen Lagerort der Werkzeuge stehen nun zentral zur Verfügung. Werkzeugbestellungen werden jetzt rechtzeitig erstellt und gesteuert. Wir setzen das Projekt ohne Verzögerungen fort und planen, es in diesem Jahr (2019) abzuschließen.

Wir erkannten die Effizienz eines integrierten Werkzeugverwaltungssystems und haben mit der Umsetzung des „Tool Management Efficiency Improvement Projects“ begonnen, welches mit besonderer Priorität von Energomash forciert wird.

Sergej Kolganov
Stellvertretender Chefingenieur für die Fertigungsplanung

Was haben Sie bisher erreicht?

Sergej Kolganov: Wir haben bereits viel erreicht. In unseren vier Hauptfertigungsbereichen verwalten wir nun unsere Werkzeugbestände mit der TDM-Software. Zwei weitere Bereiche führen derzeit die TDM-Software und die definierten Prozesse ein. TDM hat großen Einfluss auf die Verfügbarkeit der Werkzeuge in der Fertigung: Die Bediener bereiten die Werkzeuge nun im Vorfeld einer Schicht vor. Dies erfolgt anhand von Werkzeuglisten zu jedem Bearbeitungsauftrag, welche ein Prozessingenieur mit Hilfe von TDM erstellt. Außerdem verwenden die Mitarbeiter im Lager diese Listen, um die benötigten Werkzeuge auszuwählen und auszulagern. Wir können nun jedes Werkzeug finden, da wir die detaillierten Lagerdaten in der TDM-Software auf einen Blick sehen: den Lagerbereich, das Regal, die Schublade, die Box usw. Dabei wird für alle Prozesse nur die TDM-Software verwendet, die alle erforderlichen Informationen enthält. So werden die Suchzeiten und das Risiko von Fehlern bei der Ausgabe und Vorbereitung der Werkzeuge minimiert. Übermäßige Werkzeugbestände sind heute nahezu unmöglich geworden. Um dies weiterhin zu gewährleisten, haben wir die Vorgehensweise bei der Erstellung von Werkzeuganforderungen geändert. Bestellanforderungen müssen nun an die Werkzeugabteilung geschickt werden. Dort wird der Bedarf aus allen Fertigungsbereichen berechnet. Erst dann werden die benötigten Werkzeuge beschafft. Dies reduziert die Anzahl der Werkzeugbestellungen, wir vermeiden unnötig hohe Bestände sowie eine große Vielfalt von Werkzeugtypen. Auch beim Aufbau und der Überprüfung der Werkzeugdatenbank haben unsere Spezialisten große Anstrengungen unternommen. In akribischer Arbeit wurden ungenutzte Werkzeuge identifiziert und es wurde überprüft, wie sie in Zukunft eingesetzt werden können. Besonders stolz sind wir auf den ersten Werkzeugausgabeautomat, den wir in der Fertigung installiert und mit TDM verbunden haben. Die Werkzeugausgabe erfolgt auf Basis von Barcodes, nachdem sich der Mitarbeiter im System identifiziert hat. Diese Vorgehensweise ist schnell und einfach. Der Einsatz des Werkzeuges wird erfasst, eine schnelle Nachbestellung ist gewährleistet und die statistische Analyse des Lagerbestands gibt uns zusätzliche Informationen.

 

Welche Aufgaben wird Energomash in der Endphase des Projekts im Jahr 2019 umsetzen?

Sergej Kolganov: Das letzte Jahr hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, die Herausforderungen bei der Einführung des digitalen Werkzeugmanagements zu meistern. Ich stelle fest, dass wir noch einiges an harter, aber interessanter Arbeit vor uns haben. Für 2019 ist geplant TDM und die neuen Prozesse des Werkzeugmanagements für die noch fehlenden Produktionseinheiten einzuführen. Wir sind dabei das TDM-System in die implementierten ERP- und PLM-Systeme zu integrieren. Darüber hinaus beginnen wir 3D-Werkzeugmodelle von TDM in das CAM-System NX zu übertragen, um sie in der Bearbeitungssimulation einzusetzen. Ich möchte hinzufügen, dass NPO Energomash sich nur durch eigenes aktives Engagement schrittweise in eine digitale Fabrik verwandeln kann. Dies stellt sicher, dass wir unseren Wettbewerbern auf dem globalen Markt immer einen Schritt voraus sind und bahnbrechende Fortschritte erzielen. Ich wünsche uns allen viel Erfolg bei der Bewältigung dieser Herausforderungen.

Prozessinnovationen bei NPO Energomash

  • Identifizierung aller Werkzeuge und Anlage in der Datenbank nach verschiedenen Merkmalen, wie Parameter oder Anwendungstyp
  • Intelligenter, verbrauchsorientierter Beschaffungsprozess
  • Absolut transparente Werkzeugbestände erhöhen die Werkzeugverfügbarkeit
  • Eine zentrale Werkzeugdatenbank für alle Fertigungsbereiche
  • Schnelle und einfache Werkzeugauswahl nach Bearbeitungstyp
  • Barcodes sorgen für eine schnelle und erfasste Werkzeugausgabe
  • Reduzierung der Fehlerquote durch falsch montierte Werkzeuge

Vorteile

  • Zeitersparnis bei der Suche, Ausgabe und Montage von Werkzeugen
  • Kosteneinsparungen durch
    • Ideal kalkulierte Werkzeugbestände
    • effiziente Verwendung der verfügbaren Werkzeuge und
    • optimierte Werkzeugbeschaffung
  • Sicherstellung von Qualitätsverbesserungen, da für jeden Bearbeitungsvorgang die besten Werkzeuge ausgewählt werden

Referenzen

Angesichts des anhaltenden Wachstums der Werkzeugdaten... Mehr erfahren
Sergej Kolganov erläutert, wie die Digitalisierung es... Mehr erfahren
Wagstaff, USA: dem Informationsverlust ein Ende setzen Mehr erfahren
Bericht der Test-Fuchs GmbH: Vier Jahre Erfahrung mit... Mehr erfahren